Unfallschadenreparatur
Spotrepair ist ein spezielles Verfahren zur Beseitigung kleiner Lackschäden am Fahrzeug. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet sinngemäß Punktreparatur. Bei dieser Reparaturmethode wird nur die beschädigte Stelle am Lack behandelt, ohne größere Fahrzeugteile wie Kotflügel, Türen oder Stoßfänger komplett zu lackieren. Das spart Kosten und Zeit, ist allerdings nur bei bestimmten Schäden sinnvoll und technisch auch möglich.
Damit Spotrepair fachgerecht durchgeführt werden kann, muss der Schaden sehr kleinflächig und gut zugänglich sein. Zudem ist Spotrepair nur in bestimmten Bereichen der Bauteile vom Hersteller zugelassen. Typische Einsatzbereiche sind oberflächliche Kratzer oder kleine Dellen im Lack, etwa an den Kanten von Stoßfängern oder Türen. Voraussetzung ist auch, dass der Originallack noch intakt ist und keine strukturellen Schäden an der Karosserie vorliegen. Bei größeren oder tiefgreifenden Beschädigungen kommt eine Spotrepair Reparatur nicht infrage.
Der größte Vorteil von Spotrepair ist die Kostenersparnis. Durch die gezielte, punktuelle Reparatur entfallen Demontagearbeiten, größere Lackierflächen und damit verbundene Materialkosten. Auch die Reparaturzeit ist deutlich kürzer, was für den Fahrzeughalter oft ein entscheidender Faktor ist. Auf der anderen Seite kann Spotrepair optisch nicht immer ein perfektes Ergebnis erzielen. Insbesondere bei aufwändigen Lacken oder großflächigen Übergängen. Auch die Haltbarkeit ist bei schlecht ausgeführten Arbeiten nicht mit einer vollständigen Reparaturlackierung vergleichbar.
Für KFZ Sachverständige stellt sich bei der Schadenkalkulation die Frage, ob ein Lackschaden mit Spotrepair instandgesetzt werden kann oder ob eine vollständige Instandsetzung des Bauteils notwendig ist. Die Entscheidung hängt von der Schadenstelle, der Fahrzeugfarbe und dem allgemeinen Zustand des Fahrzeugs ab. In einem professionellen Gutachten wird die technisch und wirtschaftlich sinnvollste Methode angegeben und auf dieser Grundlage erfolgt auch die Regulierung durch die Versicherung.
Versicherungen verweisen in Schadensfällen bei Bagatellschäden oder Kleinschäden häufig auf die kostengünstigere Spotrepair Reparatur. Das kann zulässig sein, aber nur wenn die Reparatur damit vollständig, fachgerecht und dauerhaft erfolgen kann. Andernfalls steht dem Geschädigten eine vollständige Instandsetzung zu. Entscheidend für die Regulierung ist das Sachverständigengutachten, das die angemessene Reparaturmethode klar vorgibt.