Schadenlexikon

Von A wie Abtretungserklärung bis Z wie Zulassungsbescheinigung. Bei der Kommunikation mit der KFZ Versicherung, Deinem Rechtsanwalt oder Deiner Werkstatt verstehst Du kein Wort? Kein Problem die wichtigsten Fachbegriffe rund um das Auto und die Abwicklung von Unfallschäden findest Du in unserem Schadenlexikon kurz und verständlich erklärt.

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Abtretungserklärung

Die Abtretungserklärung wird für Gutachten im Haftpflicht- und Kaskoschadenfall verwendet. Bei Abtretungserklärungen werden die Ansprüche des Geschädigten gegenüber der regulierenden Versicherung direkt an die Werkstatt, den Rechtsanwalt oder den Sachverständigen abgetreten. Das bedeutet, wir rechnen die Kosten für das Gutachten direkt mit der regulierenden Versicherung ab und Du brauchst dafür nicht in Vorleistung zu treten. Somit ist unser Service für Dich im Haftpflichtschadenfall absolut kostenlos.

Altschaden

Altschäden sind am Fahrzeug vorhandene, nicht behobene Unfall- oder Betriebsschäden. Ist Ihre Reparatur zur Herstellung der Verkehrs- und Betriebssicherheit erforderlich, so sind diese voll in Abzug zu bringen und müssen vom Geschädigten selbst beglichen werden.

Bagatellschaden

Ein Bagatellschaden ist ein kleiner Sachschaden an einem Fahrzeug, bei dem die Reparaturkosten 1000 Euro nicht überschreiten. Aber Vorsicht! Der Umfang eines Bagatellschadens ist meist schnell überschritten und für Leien oft schwer einzuschätzen. In den meisten Fällen wird aus einem auf den ersten Blick „kleinen Schaden“ bei genauer Begutachtung und anschließender Kalkulation ein Schaden im vierstelligen Bereich. Aus diesem Grund empfehlen wir Dir auch bei vermeintlich kleinen Schäden einen unabhängigen KFZ-Sachverständigen mit der Begutachtung zu beauftragen, um Dir finanzielle Verluste zu ersparen. Sollten wir während der Erstellung eines Schadengutachtens feststellen, dass die Reparaturkosten unter der Bagatellschadengrenze liegen, wandeln wir das Gutachten für Dich kostenlos in einen Kostenvoranschlag oder ein Kurzgutachten um und ersparen Dir dadurch unnötige Kosten. Unser Gutachten ist also auch unter der Bagatellschadengrenze bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall für Dich kostenlos.

Differenzbesteuerung

Damit beim Weiterverkauf nicht erneut die komplette Umsatzsteuer anfällt können Wiederverkäufer von gebrauchten Waren die Differenzbesteuerung anwenden. Wichtigste Voraussetzung ist jedoch, dass beim Kauf der Ware keine Umsatzsteuer angefallen ist. Die Differenzbesteuerung ist im KFZ Handel üblich, kann aber auch für andere Waren wie beispielsweise Antiquitäten oder Kunstgegenstände angewendet werden. Als Wiederverkäufer kann der Gebrauchtwagenhändler also die Differenzbesteuerung anwenden und muss somit beim Verkauf eines gebrauchten Fahrzeuges nicht den kompletten Verkaufspreis versteuern sondern lediglich den Differenzbetrag aus Einkaufs- und Verkaufspreis.

Ersatzteilaufschlag

Viele Werkstätten berechnen einen sogenannten Ersatzteilaufschlag auf die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers. Dieser ergibt sich aus der erheblichen Kapitalbindung in Form von vorrätigen Ersatzteilen. Um dieses Kapital entsprechend zu verzinsen sind Aufschläge zwischen 10% und 15% üblich.

Fiktive Abrechnung

Von einer fiktiven Abrechnung ist die Rede, wenn der Geschädigte den Unfallschaden nicht instandsetzen, sondern sich den auf dem Gutachten ausgewiesenen Betrag ausbezahlen lässt. Die Mehrwertsteuer wird in diesem Fall nur bezahlt, wenn diese auch tatsächlich angefallen ist.

Haftpflichtschaden

Von einem Haftpflichtschaden spricht man wenn man den Unfall nicht selbst verschuldet hat. Die Kfz Haftpflichtversicherung ist ein gesetzlich vorgeschriebener Bestandteil der Autoversicherung. Sie deckt die Schadenersatzansprüche, die anderen durch den Betrieb Deines Fahrzeugs entstehen. Im Kfz Haftpflichtschadenfall ist der Unfallverursacher verpflichtet, dem Geschädigten gemäß § 249 BGB den Schaden zu ersetzen, den er unfallbedingt erlitten hat.

HIS

Das Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft kurz HIS wurde bis zum 1. April 2011 als Uniwagnis oder Wagnisauskunft bezeichnet. Hierbei handelt es sich um eine gemeinsame Warn- und Hinweisdatenbank der im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft  (GDV) organisierten Versicherungsunternehmen. Hier werden Daten von Versicherungsnehmern und Geschädigten gespeichert. Die Datei dient nach Aussage des GDV der Aufdeckung von Versicherungsbetrug und Versicherungsmissbrauch. Entsprechend der DSGVO hast Du die Möglichkeit jährlich eine unentgeltliche Auskunft über die von ihnen gespeicherten Daten anzufordern.

Kaskoversicherung

Der Begriff Kasko kommt vom spanischen Begriff casco „Helm“. Generell umfasst die Kaskoversicherung die Beschädigung, die Zerstörung und den Verlust des eigenen Fahrzeuges und seiner unter Verschluss bewahrten Teile gemäß den gültigen Verischerungsbedingungen. Man unterscheidet beim Deckungsumfang zwischen Teilkasko- und Vollkaskoversicherung.

Merkantile Wertminderung

Ein merkantiler Minderwert ist dann gegeben, wenn ein Fahrzeug nach einem Unfall auf dem Markt einen geringeren Preis erzielt, als das gleiche unfallfreie Fahrzeug. Bei dieser Differenz spricht man von einem merkantilen Minderwert. Diese Summe steht einem Geschädigten bei einem unverschuldeten Verkehrsunfall im Regelfall zu. Umgangssprachlich wird in diesem Zusammenhang auch von der Wertminderung gesprochen. Hierbei handelt es sich um einen rein fiktiven Wert, weswegen es immer wieder zu Schwierigkeiten bei der Berechnung kommt. Ein merkantiler Minderwert setzt sich aus verschiedenen Faktoren des Fahrzeuges und der Reparatur zusammen.

Die Rechtsprechung unterscheidet zwischen verschiedenen Methoden bei der Berechnung des merkantilen Minderwertes. Welche Variante angewandt wird, lässt sich nicht pauschalisieren. Problematisch dabei ist, dass die Methoden unterschiedliche Elemente in ihre Berechnung einfließen lassen, woraus sich unterschiedliche Ergebnisse ergeben.

Nutzungsausfallentschädigung

Wurde Dein Fahrzeug bei einem Verkehrsunfall beschädigt steht es Dir für die Dauer der Reparatur nicht mehr zur Nutzung zur Verfügung. Für diese Zeit, oder im Fall eines Totalschadens für den Zeitraum einer Ersatzbeschaffung kannst Du als Geschädigter gebrauch eines Mietwagens oder alternativ den Nutzungsausfall geltend machen. Wie auch bei anderen Schadenpositionen beanstanden die Haftpflichtversicherer den Nutzungsausfall regelmäßig und es kommt im Einzelfall auf viele Details an.

Grundlage der Berechnung ist seit 1966 die Tabelle von Sander/Danner/Küppersbusch/Seifert/Kuhn, welche besser unter dem Namen Eurotax Schwacke bekannt ist. In dieser Tabelle werden verschiedene Fahrzeugtypen unterschiedlichen Gruppen zugeteilt. Bei einer rein fiktiven Abrechnung bekommst Du die Nutzungsausfallentschädigung für einen PKW allerdings nicht ausbezahlt.

Im Rahmen der Gutachtenerstellung gruppieren wir Dein Fahrzeug entsprechend ein und weisen die Nutzungsausfallentschädigung im Gutachten mit aus. Das sichert Dir den maximal zustehenden Schadenersatzanspruch!

Restwert

Der Restwert bezeichnet umgangssprachlich den materiellen Wert, den ein Fahrzeug nach einem Unfallschaden im unrepariertem Zustand noch hat. Voraussetzung dafür ist, dass noch keine Reparatur stattgefunden hat. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei nur noch um den reinen Materialwert des Fahrzeugs oder um Bauteile, die sich gut verkaufen lassen.

Die Restwertermittlung gehört im Rahmen der Gutachtenerstellung zu unseren Aufgaben. Ein Blick in die Schwacke-Liste reicht dafür nicht aus. Der Restwert beschränkt sich viel mehr darauf, was das Unfallfahrzeug einem seriösen Autokäufer auf dem regionalen Markt noch wert ist. Um diesen Wert zu erfahren, greifen wir auf sogenannte Restwertbörsen zu. Bei einer Restwertbörse inserieren wir das beschädigte Fahrzeug samt Schadenumfang und Bildern. Innerhalb einer festgelegten Zeit geben nun die Ankäufer Gebote für das beschädigte Fahrzeug ab. Unter allen Geboten und unter Berücksichtigung der regionalen Lage ist das Höchstgebot dann der Restwert für Dein Fahrzeug. Steht der Restwert fest, ist es von Vorteil, den Pkw unverzüglich zum Restwert zu verkaufen. Damit vermeidest Du eventuell anfallende Standkosten für das Auto.

Der Restwert muss immer dann eingeholt werden, wenn die Schadenshöhe 70 % des Wiederbeschaffungswerts überschreitet. Wenn es zu einem Totalschaden kommt, musst Du den Restwert zwangsläufig ermitteln lassen. In diesem Fall ist er für die Regulierung nötig.

Spotrepair

Spotrepair ist eine Reparaturmethode von kleinen bis mittleren Lackschäden an Fahrzeugen. Hierbei werden die beschädigten Stellen gezielt und punktuell instandgesetzt. Die Reparatur wird meist ohne Demontage der zu reparierenden Teile direkt am Fahrzeug durchgeführt. Ziel ist es eine möglichst perfekte Instandsetzung mit kleinstmöglichem Aufwand zu realisieren.

Technische Wertminderung

Bei einem technischen Minderwert handelt es sich um die Herabsetzung des Wertes eines Fahrzeuges, bei welchem trotz Instandsetzung gegenüber dem Zustand vor dem Unfall noch technische Mängel zurückgeblieben sind. Ein Beispiel für eine technische Wertminderung wäre ein entstandener Farbtonunterschied nach einer Lackierung. Der Geschädigte kann daraufhin eine technische Wertminderung verlangen. Der Sachverständige kann eine technische Wertminderung immer erst nach einer erfolgten Reparatur erkennen und bewerten.

Totalschaden

Ein Totalschaden liegt dann vor, wenn die Wiederherstellung des beschädigten Fahrzeuges entweder nicht möglich oder unwirtschaftlich ist. Bei einem Totalschaden unterscheidet man zwischen unterschiedlichen Arten. Sind die Reparaturkosten zuzüglich einem eventuellen Minderwert höher als der Wiederbeschaffungswert, dann handelt es sich um einen echten Totalschaden. Ein wirtschaftlicher Totalschaden hingegen liegt vor, wenn die Reparaturkosten zuzüglich einem eventuellen Minderwert höher sind als die Differenz aus Wiederbeschaffungswert und Restwert. Von einem technischen Totalschaden ist dagegen die Rede, wenn eine Reparatur aus technischen Gründen nicht möglich ist. In seltenen Fällen kann es auch zu einem unechten Totalschaden kommen. Davon ist die Rede, wenn dem Geschädigten die Reparatur nicht zugemutet werden kann.

Bei der Abrechnung eines Totalschadens bekommst Du den Wiederbeschaffungswert minus des Restwertes Deines beschädigten Fahrzeuges ausbezahlt. Wichtig für die Berechnung der gezahlten Summe sind der Wiederbeschaffungswert und der Restwert des Autos nach dem Unfall. Ist Dein Auto maximal vier Wochen alt und ist höchstens 1.000 Kilometer gelaufen dann bekommst Du den vollen Kaufpreis von der Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers erstattet. Die eigene Vollkaskoversicherung zahlt den Neupreis je nach Tarif sogar bis zu zwei Jahre nach der Erstzulassung.

Unfallfrei

Unfallfrei besagt, dass ein Fahrzeug keinen Schaden erlitten hat, der als erheblich anzusehen ist. Bagatellschäden sind hiervon ausgenommen.

Vorschaden

Vorschäden sind bereits reparierte Schäden an einem Fahrzeug. Die Qualität der Reparatur ist hierfür nicht ausschlaggebend. Sie können unsachgemäß, nur zum Teil oder sach- und fachgerecht instandgesetzt worden sein.

Vorteilsausgleich

Laut dem Bereicherungsverbot darf ein Geschädigter nach einem Unfall finanziell nicht besser gestellt sein als unmittelbar vor dem Eintreten des Unfalls. Wenn der Wert eines Fahrzeuges also durch die Reparatur des Unfallschadens gestiegen ist, muss der Geschädigte eine entsprechende Kürzung der Reparaturkosten hinnehmen. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn durch die Reparatur Altschäden, die im Schadenbereich lagen, beseitigt werden oder Verschleißteile wie Beispielsweise Reifen unfallbedingt erneuert werden mussten.

Der Begriff „Abzug Neu für Alt“ wird konkret auf ein Bauteil bezogen. Er wird in Abzug gebracht, wenn abgenutzte Verschleißteile im Zuge der Unfallreparatur mit erneuert werden und der Geschädigte sich dadurch ein Erneuern in nächster Zeit erspart. Wenn Beispielsweise während der Reparatur eines Seitenschadens die Reifen mit erneuert werden, muss ein Abzug für das bereits abgefahrene Profil berechnet werden. Der Abzug bezieht sich dabei lediglich auf das Ersatzteil.

Die Wertverbesserung unterstellt dem Geschädigten, dass er sein Fahrzeug nach der Unfallreparatur teurer verkaufen kann als unmittelbar vor dem Eintreten des Unfalls. Diese Wertverbesserung wird anders als der „Abzug Neu für Alt“ bei der Erstellung des Gutachtens vom Sachverständigen geschätzt.

Wiederbeschaffungsdauer

Die Wiederbeschaffungsdauer bezeichnet die Zeit die benötigt wird um ein vergleichbares Fahrzeug für das alte, unfallbeschädigte zu beschaffen. In der Regel ist hier bei gängigen Fahrzeugen von ca. 14 Kalendertagen auszugehen.

Wiederbeschaffungswert

Der Wiederbeschaffungswert ist der Preis, der zu entrichten ist, um ein gleichwertiges Fahrzeug bei einem seriösen Gebrauchtwagenhändler zu erwerben. Wir berücksichtigen bei der Ermittlung alle wertbildenden Faktoren und die örtliche Marktlage.

Zentralruf der Autoversicherer

Der Zentralruf der Autoversicherer sorgt für Aufklärung bei Verkehrsunfällen. Als gesetzlich anerkannte Auskunftsstelle gemäß § 8a des Pflichtversicherungsgesetzes ermitteln diese schnell und zuverlässig die gegnerische KFZ-Haftpflichtversicherung. Du benötigst dafür lediglich das gegnerische Kennzeichen, den Schadentag und das Unfallland. Gerne übernehmen wir das für Dich.

Zulassungsbescheinigung

In der Europäischen Union sind Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief unter dem Begriff Zulassungsbescheinigung zusammengeführt. Diese umfasst in Deutschland die Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein) und die ZulassungsbescheinigungTeil II (Fahrzeugbrief).

130% Grenze

Wenn die Reparaturkosten zuzüglich einer auftretenden Wertminderung den Wiederbeschaffungswert um bis zu 30% übersteigen hast Du als Geschädigter dennoch das Recht das Fahrzeug instandsetzen zu lassen. Voraussetzung dafür ist, dass Du das Fahrzeug vollständig und fachgerecht reparieren lässt und es mindestens 6 Monate weiter nutzt.